Japanische Gemsen bekommen von Weihnachtsbäumen Durchfall

Die denkBar frohe Weihnachtsbaumrecherche

 

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1. Der Weihnachtsbaum – woher kommt eigentlich dieser Brauch?

Zu den Ursprüngen des Weihnachtsbaums gibt es zahlreiche, unterschiedliche Theorien. Auf dem Weg durch die unendlichen Weiten des Internets sind wir auf kontroverse Diskussionen und unterschiedlichste Behauptungen gestoßen. Scheinbar tummeln sich die unterschiedlichsten Interessengruppen im Netz, die allesamt den Weihnachtsbaum als Ihre Erfindung postulieren. Mal sind es Freiburger Bäcker, mal Bremer Handwerker.

Also: Wer hat’s erfunden? In diesem Falle nicht die Schweizer, sondern die Deutschen. Denn so kontrovers sich die zahlreichen Quellen mit dem schwierigen Thema auseinandersetzen, einig sind sie sich doch in einem Punkt: Der Baum ist deutsch. Ob nun Freiburg oder Bremen, auf jeden Fall fand das Ganze irgendwann im 16. Jahrhundert statt und zwar auf deutschem Boden.

 

2. Weihnachtsbäume – christlichen oder heidnischen Ursprungs?

Im Internet tobt ein Krieg ums Weihnachtsfest: in zahlreichen Foren streitet man sich ob das Weihnachtsfest (und somit auch der Baum) nun heidnische Wurzeln habe oder doch rein christlichen Ursprungs sei.

Schon zum Namen „Weihnachtsbaum“ gibt es geteilte Ansichten – eigentlich heißt er nämlich Christbaum. Dass man ihn heute Weihnachtsbaum nennt, geht auf die Nazis zurück. Für die war der Ausdruck Christbaum nicht akzeptabel. Zugelassen war nur die Bezeichnung Weihnachtsbaum oder Tannenbaum, die sich bis heute gehalten hat. Was sind also sind die gängigen Theorien zum Ursprung des geschmückten Baumes?

 

Version 1: Weihnachtsbäume gehen auf heidnische Rituale zurück

Der Brauch, im Winter immergrüne Pflanzen aufzustellen ist uralt. Bereits die alten Ägypter verehrten diese Pflanzen als Symbol der Lebenskraft. Feste zur Weihnachtszeit waren in vielen Kulturen verbreitet. Römer, Germanen und andere Völker hatten ihre Feste. Grund ist, dass die astronomische Wintersonnenwende auf den 21./22. Dezember fällt. In der Vergangenheit wurde aber zumeist am 25. Dezember gefeiert. Ab diesem Datum nimmt die Sonne wieder zu. Die Germanen feierten in diesen Tagen das sogenannte Julfest. In den skandinavischen Sprachen heißt das Weihnachtsfest auch heute noch „Jul“ oder „Jol“, im finnischen: „Juolo“. Auch der Brauch „Julklapp“ geht wohl auf diese Bedeutung zurück. Im Winter haben die Germanen immergrüne Pflanzen in Ihren Häusern aufgestellt – als Symbol des wiedererwachenden Lebens. Die Sonne, die ja bis zur Sonnenwende immer weiter abnimmt, sollte so ermutigt werden sich wieder länger zu zeigen.

Religionswissenschaftler betonen, viele Religionen hätten Bräuche und Daten der „Heiden“ übernommen, um ihre Lehren leichter verbreiten zu können. Frühe Christen haben, bis ungefähr 400 n. Chr., den Geburtstag Jesu gar nicht gefeiert. Das evangelische Kirchenlexikon von 1959 stellt fest: “Die Kirche der Märtyrerzeit lehnte ein solches Fest entschieden ab.“. Erst allmählich verbreitete sich dieser Brauch. Als Datum wurde der 25. Dezember gewählt. Begründung: Mit Jesus sei das Licht der Offenbarung in die Welt gekommen – passend zu Sonnenwende. Der Brauch Weihnachtsbäume aufzustellen wurde noch bis in das 18 Jahrhundert von der katholischen Kirche als heidnisch geächtet. Doch der wachsenden Popularität konnte man sich schließlich nicht erwehren und erklärte schlicht: der Baum ist christlichen Ursprungs. Die Begründung ist in Version zwei nachzulesen.

Dass es nicht nur um theologische Fragen ging, sondern die Kirche auch um ihre Wälder fürchtete, darauf deuten verschiedene Quellen hin. In der Bibliothek Schlettstadt lassen sich folgende Zeilen finden: „Item III schillinge dem foerster die meyen an sanct Thomas tag zu hieten“ Dem Förster sind drei Schillinge zu zahlen, damit er ab dem Sankt Thomas Tag (21. Dezember) auf die Bäume aufpasst.


Version 2: Weihnachtsbäume sind christlichen Ursprungs

Weihnachtsbäume haben nach Version zwei ihren Ursprung in den sogenannten Paradiesspielen, die früher in vielen Kirchen aufgeführt wurden. Diese Spiele handelten nicht nur vom Paradies, sondern auch von der Schöpfungsgeschichte und dem Sündenfall. Um den Sündenfall in geeigneter Form darstellen zu können, braucht man natürlich einen Baum. Offizieller Kirchentag zu Ehren Adams und Evas ist der 24. Dezember. Im Winter Apfelbäume aufzustellen wäre naturgemäß schwierig gewesen. Man verwendete also Tannen, die mit Äpfeln behängt wurden. Da sich die Paradiesspiele großer Beliebtheit erfreuten, stieg auch die Popularität der „Christbäume“. Schon bald stellten sich die Leute solche Bäume in Ihren Stuben auf und behängten sie mit Äpfeln und Naschwerk. Durch die zeitliche Verknüpfung mit dem Weihnachtsfest, wurde aus den Christbäumen eine weihnachtliche Tradition. Eigentlich hat der Christbaum also gar nichts mit der Geburt von Jesus Christus zu tun, sondern fällt eher zufällig in diese Zeit.

Übrigens leugnen die Kirchenvertreter keineswegs die Existenz von ähnlichem heidnischen Brauchtum, sie trennen den Christbaum aber klar davon ab und sind sich sicher, dass das Aufstellen von Weihnachtsbäumen heute auf den Christbaum und die Paradiesspiele zurückgeht und nicht auf Bräuche aus germanischen Zeiten. Dafür spricht auch das Argument, dass der Weihnachtsbaum erst im 16. Jahrhundert aufkommt. Wäre die heidnische Tradition fortgesetzt worden, dann hätte es ja schon vorher solche Bäume geben müssen. Gegner dieser Theorie merken an, dass es keineswegs sicher ist, daß der Brauch erst zu dieser Zeit aufkommt, sondern lediglich erste urkundliche Erwähnungen aus dem 16. Jahrhundert stammen. Außerdem sei das Aufstellen von Bäumen lange als heidnischer Brauch verfolgt worden und konnte daher gar nicht weiter geführt werden. Besonders im Norddeutschen Raum wurden Christbäume bis ins vorige Jahrhundert mit Äpfeln, Süßigkeiten und einer Schlange aus Backwerk behängt. Das spricht wiederum für die Christbaumthese.

Eine ganz eigene Erklärung zum Ursprung des Weihnachtsbaums wurde in der DDR verbreitet. Christliche Ursprünge waren in einem sozialistischen Land natürlich nicht gern gesehen, weswegen der Weihnachtsbaum nichts mit der Geburt des Herrn zu tun hat, sondern ganz klar der Tradition der Zunftbäume entsprungen ist. Proletarier aller Länder vereinigt euch unterm Weihnachts- bzw. Schmuckbaum. Der Weihnachtsbaum hieß nämlich auch nicht Weihnachtsbaum, sondern zumindest offiziell: Schmuckbaum.

 

3. Wie verbreitete sich der Weihnachtsbaum rund um den Globus?

Fest steht, die ersten Bäume wurden im 16. Jahrhundert aufgestellt und geschmückt. Ob nun Freiburg oder Bremen konnten wir leider auch nach langer Recherche nicht abschließend klären. Auf jeden Fall aber trat der Weihnachtsbaum von Deutschland aus seinen Siegeszug um die Welt an.

Nach England brachte den Brauch Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha, der mit der damaligen englischen Königin Victoria verheiratet war. Nachdem 1848 ein Bild der beiden mit Kindern und Weihnachtsbaum erschienen war, verbreitete sich der geschmückte Baum rasend schnell im Vereinigten Königreich.

Nach Amerika kam der Brauch höchstwahrscheinlich durch hessische Söldner, die im Unabhängigkeitskrieg kämpften. Heute sind die geschmückten Nadelbäume auf der ganzen Welt verbreitet. Eine Plantage aus der Nähe von Hamburg berichtet, daß sie jedes Jahr eine große Menge Tannen nach Saudi- Arabien liefert. Ob christlich oder nicht dürfte den Scheichs relativ egal sein.

Mindestens genauso wichtig, wie die Frage wo er herkommt, ist die Frage wo geht er hin – der Baum? Auf der Suche nach der Antwort auf diese Frage sind wir auf einen interessanten Artikel der Berliner Zeitung gestoßen. Titel: Weihnachtsbäume für Elefanten und Alpakas – Hunderte Tonnen an Zootiere verfüttert – es werden keine Nadelgewächse mehr angenommen.

In dem Artikel wird beschrieben, dass es bis einschließlich 1997 gängige Praxis war, die Bäume nach Weihnachten an Zootiere zu verfüttern. Besonders beliebt waren die Pflanzen bei den asiatischen Elefanten; die fraßen den ganzen Baum einschließlich des Stammes. Jedes Tier musste seinen eigenen Baum haben, erklärte ein Wärter, sonst gäbe es Ärger. Nach kurzer Zeit gab es aber schon die ersten Probleme: so bekommen japanische Gemsen von Weihnachtsbäumen Durchfall! Man müsse also genau aufpassen an welche Tiere die Bäume verfüttert werden, erzählte ein Futtermeister des Zoos. Auch die Menge an abgelieferten Bäumen war irgendwann einfach zu groß. Konsequenz: Es werden keine Weihnachtsbäume mehr angenommen – die armen Elefanten.

Im Normalfall werden die Weihnachtsbäume nicht mehr an Tiere verfüttert, sondern je nach Gemeinde entweder verbrannt, was aber schädlich für die Umwelt ist, oder wie in den meisten Fällen, zerkleinert und anschließend kompostiert.

 

4. Die wichtigsten Fakten zum Weihnachtsbaum

  • 2009 wurden in Deutschland 29 Mio. Weihnachtsbäume verkauft – Gesamtumsatz 629 Mio. Euro. Davon kamen 2/3 (19 Mio.) aus Deutschland.
  • Ein 1,50 m Baum kostete 2009 im Schnitt € 26 (Anstieg im Vergleich zum Vorjahr 10%).
  • Üblicherweise werden Weihnachtsbäume im Alter von 10 Jahren geschlagen.
  • Auf einem Hektar (10.000 m²) wachsen in einer Baumschule rund 7000 Bäume.
  • Die Weihnachtsbaumzentren Deutschlands sind Schleswig- Holstein, Niedersachsen und Nordrhein- Westfalen; absolute Hochburg ist das Sauerland.
  • Die größten Weihnachtsbäume:
  • Der bislang höchste Weihnachtsbaum Deutschlands wurde 2005 in Kommern in der Eifel aufgestellt: Höhe 36 m.
  • Weltweiter höchster Weihnachtsbaum ist der „National Grant Tree“, der vom damaligen US Präsident Coolidge zum „Nation´s Christmas Tree“ erklärt wurde. Höhe: 82 m.
  • In Dortmund wird seit 1996 jedes Jahr ein Gerüst aufgebaut, in das dann viele, einzelne Weihnachtsbäume eingesteckt werden: Höhe 46 m. Der Baum muss mit einer eingebauten Sprinkleranlage bewässert werden. Dieser angeblich größte Weihnachtsbaum ist tatsächlich nur der höchste, künstliche Weihnachtsbaum der trotzdem aus Bäumen besteht.
  • Noch größer geht es, wenn man den Baum komplett ohne Grün baut: so wie in Bukarest. Dort gibt es einen Weihnachtsbaum aus Stahl; nicht sehr schön, dafür aber hoch – nämlich 76 m.

 

5. denkBar auf der Suche nach dem Baum

Da wollten wir doch schon mal weihnachtliche Gefühle aufkommen lassen und haben zu diesem Zwecke einen Nadelbaum gesucht. Drum herum stellen sollte möglich sein, Wuchs und Farbe musste unseren hohen Ansprüchen genügen. Schließlich wollten wir ein Foto machen, das uns, unseren Kunden und Freunden gefällt. Um den einen Baum zu finden haben wir keine Mühen gescheut.

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6. Tipps zum Weihnachtsbaum

Falls auch Sie noch nicht das geeignete Exemplar für ihr Weihnachtsfest gefunden haben, hier ein paar Tipps zum Weihnachtsbaum:

Wo kauft man am Besten einen Weihnachtsbaum?

Am Besten kauft man den Baum bei einem Bauern direkt vom Hof. Die ziehen nämlich bei der alljährlichen Weihnachtsbaumpreisinflation nicht mit. Noch günstiger und vor Allem mit fachkundiger Beratung können Bäume direkt beim Förster erstanden werden. Solche Bäume sind umweltfreundlicher als die vom Markt. Denn auf den Weihnachtsbaumplantagen wird meistens kräftigt gedüngt und gespritzt, warnt der NABU in Bremen. Eine Liste mit umweltfreundliche Baumverkäufern gibt es unter: www.robinwood.de/fileadmin/temp/oeko-weihnachtsbaum-10.pdf

Wie erkenne ich einen frischen Baum?
Sollten Sie Ihren Weihnachtsbaum aus zeitlichen Gründen doch auf dem Weihnachtsbaummarkt kaufen, dann sollten Sie sich die Schnittstelle genau ansehen. Sie sollte unbedingt hell, fast weiß sein. Ist das der Fall dann können Sie den Baum unbesorgt kaufen. Sie können auch mit der Hand fest über die Nadeln streifen. Ist die Hand anschließend klebrig, harzig, so spricht das ebenfalls für die Frische des Baums. In Norddeutschland gibt es das Siegel: „Der Norddeutsche“. Bäume an denen dieses Siegel haftet kommen auf jeden Fall aus dem norddeutschen Raum, haben also kurze Transportwege hinter sich und sollten frisch sein.

Zum Abschluss gibt es noch ein Tipp zum weihnachtlich Hausfrieden:
Nach einer Umfrage von parship.de sind 17% der weihnachtlichen Streitigkeiten bei Paaren auf die Baumdekoration zurückzuführen (Platz zwei hinter der Frage, wo die Feiertage zu verbringen sind). Also: Wenn Ihr Lebensabschnittsgefährte auch dieses Jahr wieder Lametta möchte, obwohl Sie das nicht ausstehen können – dann gönnen Sie es Ihm/Ihr doch einfach und denken Sie daran: Weihnachten ist das Fest der Liebe!

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten wünschen die fleißigen Rechercheure von denkBar!

 

Wer unsere Lieblingsrezepte und Weihnachtsgeschichten aus den Vorjahren nachlesen möchte. Hier geht’s lang:

back 2 roots – die denkbar Weihnachtsbäckerei (2009)

 

 

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