Vom UFO bis zum Wunder – Was hat es wirklich mit dem Weihnachtsstern auf sich?

Als Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten. (Matthäus / 2. Kapitel 1-3)

Der Stern von Bethlehem ist auf der ganzen Welt bekannt – ebenso wie seine Geschichte. Doch die biblische Darstellung ist nicht die einzige Erklärung, die heutzutage diskutiert wird.

War der Stern von Bethlehem ein Wunder, das die Geburt Jesu ankündigte? Oder handelte es sich um ein spektakuläres Naturphänomen, das zufällig zur selben Zeit am selben Ort stattfand?

Fest steht: Es gibt zwar viele Vermutungen, aber keine unumstrittene Erklärung. Zudem ist das genaue Geburtsdatum Jesu bis heute nicht bekannt. Der Zeitraum 7 bis 2 v. Chr., der von Forschern als mögliche Geburtsjahre vermutet wird, hält eine Vielzahl von Naturphänomenen bereit, die die Einordnung nicht vereinfacht. Für alle, die der Herkunft des mysteriösen Sternes mal genauer auf den Zahn fühlen wollen, hat denkBar einige Ansätze zusammengestellt.

 

Die biblische Darstellung

Das Evangelium nach Matthäus ist das einzige Buch des Neuen Testaments, das den Wunderstern erwähnt. In der Erzählung führte er die drei Heiligen Könige zum Christuskind, die den Stern im Osten aufgehen sahen. Auf Wunsch des Königs Herodes folgten sie diesem in Richtung Westen, um den neuen König der Juden zu finden. Der Stern führte sie nach Bethlehem, wo er über der Krippe des Christuskindes verweilte.

Die Geschichte ist zwar ungewöhnlich, wird aber von Matthäus nicht als solche beschrieben. Ganz im Gegenteil macht er keine weiteren Angaben, die den Stern genauer definieren. Einige Forscher vermuten deshalb, dass die heiligen Könige Astrologen aus Persien waren und in dem Stern eine besondere astrologische Bedeutung sahen, die andere gar nicht wahrnahmen. Allerdings löst diese Annahme nicht die Frage, wieso der Stern plötzlich über dem Jesuskind stehen blieb. Die Erklärung nach der Bibel ist einfach: Es handelt sich um ein Wunder – ein Weihnachtswunder – das die Geburt Jesu verkünden sollte.

 

Eine Supernova

Unter einer Supernova versteht man in der Astronomie die gewaltige Explosion eines großen Sterns am Ende seiner Entwicklung. Dabei gibt er eine enorme Menge von Licht ab und wird millionen- bis milliardenfach heller als die Sterne in seiner Umgebung. Im Fall der Weihnachtsgeschichte könnte dies bedeuten, dass der Stern vor der Supernova zu schwach gewesen war, um ihn mit bloßen Augen sehen zu können. Erst die Explosion lies ihn in hellem Glanz für die Menschheit erscheinen. Sein Leuchten hätte, ähnlich wie es in der Bibel geschrieben steht, alle andere Sterne überstrahlt. Nach dem englischen Astronom David H. Clark hat im Frühling des Jahres 5 v. Chr. eine solche Supernova im Sternbild des Steinbocks stattgefunden. Allerdings lässt sich diese oder eine andere Supernova bis heute nicht nachweisen. Die Explosion eines Sternes hinterlässt Spuren im Weltall, die mittels moderner Technik analysiert werden können. Überreste einer Explosion aus den Jahren 2 bis 7 v. Chr. wurden bisher jedoch noch nicht entdeckt.

 

Ein Komet

Die kunstgeschichtliche Darstellung des Weihnachtssterns als Schweifkomet hat die Vorstellung aufkommen lassen, dass es sich bei dem in der Weihnachtsgeschichte gesichteten Himmelskörper um einen Kometen gehandelt haben könnte. Aus Gestein und Eis bestehend fliegen Kometen auf berechenbaren Bahnen durch das Weltall. Nähert sich ein Komet der Sonne entwickelt sich unter Einfluss des Sonnenwindes eine riesige Dampfwolke aus Staub und Gas: der Schweif. Heller als alle Fixsterne um sich herum leuchtet der Komet dann für Wochen oder Monate. Für das Erscheinen eines Kometen in der Weihnachtsnacht spricht, dass zur Zeit der Geburt Jesu chinesische Aufzeichnungen die Sichtung eines solchen Himmelskörpers bestätigen.

Kometen galten jedoch zu jener Zeit als Unheilsbringer, als Ausdünstungen der Erde, die mit Hungernöten, Erdbeben und Dürren in Verbindung standen. Die heiligen Drei Könige wären wohl kaum einem Symbol des Todes gefolgt, wenn sie auf der Suche nach einem neugeborenen König waren.

 

Ein UFO

Einige glauben, dass der traditionelle Gott tatsächlich ein außerirdischer Besucher war. Folglich sei auch der Stern von Bethlehem nichts anderes als ein UFO gewesen. Das Raumschiff soll die heiligen drei Könige nach Bethlehem geführt haben. So skurril diese Theorie auch klingt – letztlich ist sie die einzige, die erklären kann, wieso der Stern so plötzlich erschien, sich erst bewegte und schließlich über dem Christuskind stehen blieb.

 

Matthäus hat geflunkert

Die Geschichte des wegweisenden Sternes ist so erstaunlich, dass man meinen könnte, jeder Verfasser des Evangeliums habe über ihn geschrieben. Tatsächlich berichtet nur Matthäus über das wundersame Phänomen. Wurde die Geschichte also an den Haaren herbeigezogen, um die Geburt Jesu spannender zu machen? Der US-amerikanische Wissenschaftsjournalist Martin Gardner äußerte sich dazu folgendermaßen: „Meiner nicht ganz so unbedeutenden Meinung nach ist die Geschichte des Sternes pure Mythologie. Ganz in dem Stil etlicher anderer altertümliche Legenden, in denen das Auftauchen eines Wundersternes ein großes Ereignis ankündigt, wie zum Beispiel bei der Geburt von Cäsar, Pythagoras, Krishna (der blaue Hirtengott) und anderer bekannter göttlicher Wesen.” Leider können wir Matthäus nicht mehr selber zu seiner Erzählung befragen. Daher werden wir wohl nie erfahren, ob er ein wenig geflunkert hat oder nicht.

 

Eine Konjunktion von Planeten

Im Jahre 7 v. Chr. war eine ungewöhnliche und seltene Planetenkonstellation am Himmel zu beobachten. Die Planeten Jupiter und Saturn näherten sich gleich dreimal innerhalb weniger Monate. Im Mittelpunkt des Erklärungsansatzes steht jedoch nicht die Beobachtung an sich, sondern die astrologische Deutung. Jupiter als „Königsstern“ stand für den höchsten Gott. Saturn wurde mit dem König von Israel verbunden. Zudem fand die Konjunktion der Planeten im Sternbild des Fisches statt, welches das Land Palästina repräsentierte. Ganz klar, die drei Könige deuteten in der Konstellation die Geburt eines neuen König der Juden in Palästina und machten sich auf den Weg. Gegen die Theorie spricht, dass sich Jupiter und Saturn bei keiner der drei Begegnungen so nahe standen, dass sie mit bloßem Auge als ein Stern wahrgenommen werden konnten.

Anders sieht es bei den Konjunktionen von Venus und Jupiter in den Jahren 3 und 2 v. Chr. aus. Die beiden Planten kamen sich so nahe, dass sie für das Auge förmlich zu einem Himmelskörper verschmolzen.

 

Die denkBar-Variante

Selbstverständlich haben auch wir über die Herkunft des Weihnachtssterns gerätselt – und eine Erklärung gefunden. Kein anderer als DJ Ötzi hat den Stern zur besinnlichen Zeit am Himmel entdeckt, ihm seiner Liebsten geschenkt und anschließend einen Hit aus der Geschichte gemacht. Klingt komisch, ist aber denkbar. Und jetzt alle: Einen Stern, der deinen Namen trägt, hoch am Himmelszelt, den schenk ich Dir heut’ Nacht…

 

So oder so – der Stern von Bethlehem und seine Geschichte bleiben eines der bedeutendsten Symbole der Weihnachtszeit. Und mal im Ernst: ist es nicht auch ganz schön, wenn man die wahre Herkunft des Wundersterns nicht feststellen kann? denkBar findet schon.

 

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen und Ihren Familien eine denkBar frohe Weihnachtszeit!

 

Wer unsere Lieblingsrezepte und Weihnachtsgeschichten aus den Vorjahren nachlesen möchte. Hier geht’s lang:

back 2 roots – die denkbar Weihnachtsbäckerei (2009)

Japanische Gemsen bekommen von Weihnachtsbäumen Durchfall (2010)

Lebkuchen bewegen. Immer. (2011)

In einer Nacht um die Welt – Der Weihnachtsmann und seine Rentiere (2012)

 

 

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