Sachsen, römischer Wein und was der Papst mit dem Weihnachtsmarkt zu tun hat

motiv-postkarte-bearb-1024x768Es duftet nach Spekulatius, Menschen und andere Gestalten tragen rote Mützen oder Geweihe, die Finger kleben vom heißen Glühwein und die Füße fühlen sich wie Eiszapfen an. Er gehört zur deutschen Adventszeit, wie der Osterhase zu Ostern. Hier treffen sich Jung und Alt, Familien und Kollegen, Besinnliche und Trinklustige. Immer gleich und doch anders. Der Ort an dem nicht nur Kinderaugen strahlen, sondern auch die der Erwachsenen nach einigen Bechern heißen Punsch.

Die Rede ist – wie soll es anders sein – vom Weihnachtsmarkt. Aber seit wann gibt es Weihnachtsmärkte überhaupt? Warum trinkt dort eigentlich jeder Glühwein? Und muss es immer besinnlich sein oder geht es auch sexy? denkBar geht auf Spurensuche:

Striezel & Butterbrief

dd-striezel1-1024x5761434 entstand in Dresden der Vorläufer des ersten Weihnachtsmarktes durch die sächsischen Herzöge Friedrich II. und Sigismund. Sie veranlassten, dass einen Tag vor Heiligabend der Festtagsbraten verkauft werden durfte. Im Laufe der Zeit kamen zu dem Festtagsbraten immer mehr Buden dazu, die dort ihre Handwerkskunst und Produkte verkauften. So gab es am Montag vor Weihnachten den Striezel, der Vorgänger des heutigen Stollens, und gleichzeitig Namensgeber für den heutigen Dresdner Weihnachtsmarkt: Der Dresdner Striezelmarkt.

Ein Genuss war der Striezel damals allerdings noch nicht. Butter und Milch waren verboten und so bestand er lediglich aus Mehl, Hefe und Wasser. Anscheinend schmeckte dies auch den damaligen Kurfürsten nicht, denn sie baten beim Papst darum, das Butterverbot aufzuheben. Und tatsächlich: der Heilige Vater schickte 1491 den sogenannten Butterbrief und somit die Erlaubnis, dass von nun an auch gehaltvollere Zutaten verwendet werden durften. Heute ist der mit Marzipan, Mandeln und Rosinen gebackene und mit Puderzucker bedeckte Stollen ein unverzichtbares Gebäck in der Adventszeit.

Wein & Allheilmittel

„Platz ist in der kleinsten Hütte“- oder auch nicht. Wer auf dem Weihnachtsmarkt einen Glühwein trinken möchte, muss damit rechnen, dass es eng und kuschelig wird. Und das, obwohl es wirklich sehr viele Glühweinbuden dort gibt. Der Grund dafür ist so simpel wie einfach: Alle wollen von dem süßen, fruchtigen und heißen Wein kosten, der so herrlich nach Nelken und Zimt duftet. Was würden nur die alten Römer sagen, wenn sie wüssten, dass inzwischen das gemeine Volk diesen Trunk in Massen trinkt?

gluehwein-1024x926Vor 2000 Jahren war der mit Gewürzen und Honig veredelte Wein den Adeligen vorbehalten, denn Gewürze waren teuer. Der Honig verlängerte die Haltbarkeit und nahm dem Wein die Säure. Außerdem galt dieses Getränk lange Zeit als Arznei und Allheilmittel und wurde kalt getrunken. Die ätherischen Öle der Gewürze stärkten das Immunsystem und sorgten für Glücksgefühle und gute Laune. Vor allem letzteres lässt sich auch heute noch nach dem Genuss einiger Becher Glühwein feststellen. Wer nun allerdings sein Immunsystem mit Glühwein stärken möchte, sollte vorsichtig sein. Besonders der Verzehr von günstigem Glühwein kann eher zu Kopfschmerzen führen, als eine medizinische Wirkung zu erzielen. Dabei ist Glühwein gar nicht so schwer selber zu machen. Am Ende der Seite findet ihr ein denkBar leckeres Glühweinrezept, und noch 2 weitere leckere Varianten zum Ausprobieren.

Glitzerwelt & Mittelalter

Der Bremer Weihnachtsmarkt ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und zählt als einer der Schönsten in Norddeutschland. Tja, was soll man sagen: Recht haben sie. Denn hier ist für jeden was dabei: Über 170 Stände sorgen auf dem Marktplatz für ordentlich weihnachtliche Stimmung und leere Geldbeutel. Denn wer kann schon bei den Gerüchen nach gebrannten Mandeln, Glühwein, Schmalzkuchen und Bratwurst wiederstehen? Aber auch die hübsch dekorierten Hütten locken die Besucher mit ihren schönen Dingen. Glitzernde Weihnachtsdeko, bunte Kerzen, filigrane Handwerkskunst und handgemachte Spielsachen für Klein und Groß wandern hier über den Verkaufstresen.

schlachtezauber-fb-2Wem das allerdings zu viel Trubel ist, findet eine Alternative auf dem Bremer Schlachtezauber. Kerzenlicht statt Glitzerlichter, Taler statt Euro, Met statt Glühwein, frisch gebackene Brote und Flammlachs statt schnöder Bratwurst – direkt an der Weserpromenade taucht man in die mittelalterliche Welt der Freibeuter ein. Hier ist von Stress und Hektik nichts mehr zu merken. Vielmehr kann man hier verschnaufen und sich fort tragen lassen in eine andere Zeit. Wie wäre es damit, mal selber Kerzen zu ziehen, dem Schmied bei der Arbeit zuschauen oder aber Liebestrank und Haarwuchselixiere, orientalische Lampen oder Gewürze für die Liebsten zu erstehen?

Frivol & Rosarot

Jaja, die Weihnachtszeit. Ist sie nicht schön? Kalt ist es auch bei uns im Norden, allerdings meist mit Schietwedder verbunden. Heiß werden kann es aber trotz Minustemperaturen; denn im Hamburger Kiez St. Pauli findet jedes Jahr ein ganz besonderer Weihnachtsmarkt statt: Santa Pauli-Hamburgs geilster Weihnachtsmarkt! Und wie es sich für die Reeperbahn gehört, kommt hier richtig Stimmung auf. Heiße Engel und ihre fleißigen männlichen Helfer fliegen an den Stangen im Stripzelt umher. Live-Musik auf der Showbühne sorgt für das etwas andere weihnachtliche Flair. Aber selbstverständlich gibt es auch Spielzeuge zu kaufen – für Erwachsene. Wer nach all dem eine wohlverdiente Stärkung braucht, kann sich an einer leckeren Bordsteinschwalbe oder einem heißen Nussknacker verbeißen. Definitiv ein anderer Weihnachtsmarkt.

Aber auch der Süden kann nicht nur Christkindlmarkt: In München heißt es alle Jahre wieder Pink Christmas. Der Name ist Programm, denn der ganze Weihnachtsmarkt ist in pinkes Licht gehüllt. Entstanden aus der Münchner Gay Community ist dieser kleine, aber doch exklusive Markt schon längst auch unter Touristen und Familien ein Geheimtipp geworden. Abendliches Show Programm mit Travestie Künstlern, aber auch die ungewöhnlichen Geschenkideen, die man hier findet, begeistern die Besucher.

Zauberhafte Tradition

Mit Butterbrief und Stollen hat es also angefangen mit der schönen Tradition der Weihnachtsmärkte. Inzwischen sind sie selbst im kleinsten Ort und sogar im Ausland zu finden. Aber egal welchen man auch besucht: am schönsten ist es doch immer gemeinsam. Also schnappt euch Freunde, Familie, oder Kollegen und genießt die zauberhafte Stimmung auf dem Weihnachtsmarkt. Und spätestens nach dem siebten Becher Glühwein könnt ihr, wenn ihr ganz leise seid, auch die Glöckchen von den Rentieren hören… Denn wenn man mal ganz ehrlich ist: Ein bisschen Zauber ist an Weihnachten doch immer dabei.

 

denkBar’s Rezepteküche

Wer es dieses Jahr nicht schafft auf den Weihnachtsmarkt zu gehen, kann mit unseren leckeren Glühweinrezepten den Weihnachtsmarkt auch zu sich nach Hause holen.

Unsere Tipps für einen wirklich leckeren Glühwein, möglichst ohne Kopfschmerzen am nächsten Tag:

  1. Für einen intensiveren Geschmack den Glühwein schon am Vortag zubereiten, und über Nacht die Gewürze ziehen lassen
  2. Den Glühwein bitte nie kochen – nur erhitzen und immer mit geschlossenem Deckel, damit der Alkohol auch wirklich im Glühwein bleibt
  3. Hochprozentiges wie Rum am besten direkt in die Becher geben, andernfalls könnte der Glühwein stärker werden als gewollt.

 

denkBar lecker&klassisch – Roter Glühwein

  • 1 Fl Rotwein (trocken und fruchtig, z.B. Merlot, Montepulciano, Dornfelder, Chianti)
  • Saft von 3-4 Orangen
  • Saft von 1/2 Zitrone
  • 1 Vanilleschote
  • 2 Sternanis
  • 6 Nelken
  • 2 Zimtstangen
  • Honig nach Geschmack
  • frischer Ingwer nach Geschmack
  • Kumquats als Deko
  • Teefilter

Den Rotwein zusammen mit dem Orangen-und Zitronensaft erhitzen, aber nicht zum Kochen bringen. Die Vanilleschote aufschneiden, das Mark herauskratzen und mit den anderen Gewürzen zum Rotwein geben. Wer keine Lust hat, hinterher die Gewürze aus dem Topf zu fischen kann diese auch in einen Teefilter geben.

denkBar frisch&süffig – Weißer Glühwein

  • 1 Fl Weißwein (z.B. Rivaner, Grüner Veltliner, Pinot Grigio, Chardonnay)
  • Saft von 1-2 Orangen
  • 1 Stange Zimt
  • 1-2 Sternanis
  • 3 Gewürznelken
  • Honig nach Geschmack

Zubereitung wie „Roter Glühwein“

 

denkBar leicht&süß – Alkoholfrei

  • 1 l Traubensaft
  • Saft von einer Orange
  • Saft von ½ Zitrone
  • 1 Stange Zimt
  • 1-2 Sternanis
  • 3 Gewürznelken
  • Honig nach Geschmack

Zubereitung wie „Roter Glühwein“

 

Wer unsere Lieblingsrezepte und Weihnachtsgeschichten aus den Vorjahren nachlesen möchte. Hier geht’s lang:

back 2 roots – die denkbar Weihnachtsbäckerei (2009)

Japanische Gemsen bekommen von Weihnachtsbäumen Durchfall (2010)

Lebkuchen bewegen. Immer. (2011)

In einer Nacht um die Welt – Der Weihnachtsmann und seine Rentiere (2012)

Vom UFO bis zum Wunder – Was hat es mit dem Weihnachtsstern auf sich? (2013)

Vier oder fünf Lichter auf dem Adventskranz? (2014)

 

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