{"id":2959,"date":"2017-03-10T16:35:38","date_gmt":"2017-03-10T14:35:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.denkbar-pr.de\/?p=2959"},"modified":"2019-06-13T11:33:28","modified_gmt":"2019-06-13T09:33:28","slug":"schulz-effekt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.denkbar-pr.de\/en\/schulz-effekt\/","title":{"rendered":"Der Schulz-Effekt: Warum ist der Kanzlerkandidat so beliebt?"},"content":{"rendered":"
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Die politische Lage weltweit wird derzeit komplett auf den Kopf gestellt. Die Briten planen im Eiltempo den Austritt aus der EU. In Frankreich gewinnt die rechts-konservative Front National weitere W\u00e4hler f\u00fcr sich und in den USA m\u00f6chte Pr\u00e4sident Trump die Mauer an der mexikanischen Grenze errichten. Wenn in Deutschland in diesem Jahr am 24. September die Bundestagswahlen stattfinden, k\u00f6nnte es auch in der Bundesrepublik zu einem politischen Wechsel kommen. Glaubt man den aktuellen Wahlprognosen, so verzeichnet die SPD in letzter Zeit einen rapiden Anstieg bei den W\u00e4hlerstimmen. Im Vergleich zur Bundestagswahl 2013 gewinnt die Partei mehr als 5 Prozent. Experten verbinden diesen Zuwachs mit dem F\u00fchrungswechsel an der Spitze der Partei. Statt Au\u00dfenminister Sigmar Gabriel schicken die Sozialdemokraten den ehemaligen EU-Parlamentspr\u00e4sidenten Martin Schulz (61) als ihren Kanzlerkandidaten ins Rennen. Auff\u00e4llig ist, dass der neue Parteivorsitzende das geschafft hat, was sein Vorg\u00e4nger verpasste: Er begeistert W\u00e4hler f\u00fcr seine Partei und steigert au\u00dferdem sein eigenes Ansehen. Woran das liegt, haben wir im Folgenden aufgef\u00fchrt.<\/p>\n
Politiker werden in den meisten F\u00e4llen daf\u00fcr kritisiert, dass sie in ihrem Auftreten zu wenig Emotionalit\u00e4t ausstrahlen. Sie vertreten zwar ihrer Partei gegen\u00fcber eine klare Position, m\u00f6chten in ihrem \u00f6ffentlichen Auftreten aber nicht anecken oder sogar als populistisch gelten. Genau an diesem Punkt beginnt die Erfolgsgeschichte von Martin Schulz. Der SPD-Politiker und sein Team wissen genau, wie sie einen Effekt beim W\u00e4hler erzielen k\u00f6nnen. Emotionalit\u00e4t und Authentizit\u00e4t spielen dabei eine gro\u00dfe Rolle: Schulz h\u00e4lt seine Meinung in den wenigsten F\u00e4llen zur\u00fcck. Er kommuniziert in rhetorisch ansprechender Form und in einer kontrollierten, aber sehr direkten Art. Das durften in der Vergangenheit schon diverse EU-Politiker erfahren: So verwies er einen griechischen EU-Abgeordneten aus der Versammlung, weil dieser sich rassistisch \u00fcber t\u00fcrkische Staatsleute ge\u00e4u\u00dfert hatte. Dabei blieb Schulz zun\u00e4chst sachlich und direkt, w\u00e4hrend es im Parlament auch Proteste gegen die Aktion gab. Schulz empfahl einem aufgeregten Politiker daraufhin Beruhigungsmittel.<\/p>\n