{"id":5410,"date":"2019-04-23T11:19:48","date_gmt":"2019-04-23T09:19:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.denkbar-pr.de\/?p=5410"},"modified":"2019-11-12T17:09:46","modified_gmt":"2019-11-12T16:09:46","slug":"artikel-13-die-unglueckszahl-des-internets","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.denkbar-pr.de\/en\/artikel-13-die-unglueckszahl-des-internets\/","title":{"rendered":"Artikel 13: Die Ungl\u00fcckszahl des Internets?"},"content":{"rendered":"\n
Uploadfilter \u2013 seit Wochen fliegt uns dieser Begriff in den Nachrichten um die Ohren. Was genau verbirgt sich dahinter? Einfach gesagt ein computergesteuerter Filter auf sozialen Netzwerken, der Nutzer daran hindert, urheberrechtlich gesch\u00fctzte oder rechtswidrige Inhalte hochzuladen. Klingt erstmal sinnvoll und legitim \u2013 trotzdem ist das Thema Uploadfilter nach Artikel 13 offensichtlich sehr vielschichtig und umstritten.<\/p>\n\n\n\n Bei der derzeitigen Gr\u00f6\u00dfe und\nUn\u00fcberschaubarkeit des Internets ist es keine \u00dcberraschung, dass viele\nAufgaben, die Menschen fr\u00fcher manuell durchf\u00fchren konnten, nun Algorithmen und\nSoftware \u00fcbernehmen m\u00fcssen. Artikel 13 des geplanten Urheberrechts sieht vor,\ndass sogenannte Uploadfilter die unz\u00e4hligen Social Media Inhalte scannen, mit\neiner Datenbank abgleichen und kontrollieren, ob der Uploader zum Hochladen des\nContents berechtigt ist. Hat jemand anderes Rechte an diesem Video, der Musik\noder dem Text? Dann verhindert der Uploadfilter das Hochladen. Aber auch\nrechtswidrige Inhalte sollen durch Uploadfilter effektiver gestoppt werden. Vor\nallem Ereignisse wie der Christchurch Amoklauf, bei dem der Attent\u00e4ter noch\nkurz vor seiner Tat online streamte, machen die Notwendigkeit verbesserter\nRichtlinien deutlich. Das Hochladen ungepr\u00fcfter Inhalte ist allen\nInternetnutzern frei zug\u00e4nglich und Content-Moderatoren oder -Manager kommen\nnicht mehr schnell genug hinterher.<\/p>\n\n\n\n Die Urheberrechtsreform hat also ganz klare Vorteile. Personal- und Zeitaufwand, der durch menschliche \u00dcberpr\u00fcfung entsteht, wird gesenkt und Urheber k\u00f6nnen sicher sein, dass ihr geistiges Eigentum gesch\u00fctzt ist. Aber ganz so ideal und vielversprechend wie die Uploadfilter in der Vorstellung eines besseren Internets klingen, sieht die Realit\u00e4t nicht unbedingt aus. Die Fehleranf\u00e4lligkeit solcher Uploadfilter ist nicht zu untersch\u00e4tzen und bleibt ein starkes Argument gegen die Reform. Da kann es schon mal vorkommen, dass der Herausgeber eines Videos oder Textes f\u00e4lschlicherweise am Upload gehindert wird, nur weil jemand mit der Raubkopie schneller war. An YouTube, Amazon und Co. ist bereits zu erkennen, wie h\u00e4ufig die Algorithmen falsch liegen. Ein computergesteuertes System erkennt weder Ironie noch Satire und kann schon gar nicht Inhalte in einen Kontext einordnen \u2013 das Ende f\u00fcr \u201eMemes\u201c und virale Trends, die Texte oder Bilder anderer User aufgreifen? Ein Punkt, der vor allem Millennials zu schaffen macht. Besonders f\u00fcr ihre Generation hat Internetkultur einen hohen Stellenwert, weshalb sich nun auch die sonst eher unpolitischen Influencer zu Wort melden. <\/p>\n\n\n\n Aber auch f\u00fcrs Marketing <\/a>k\u00f6nnen Uploadfilter eine Beeintr\u00e4chtigung bedeuten. Pressetexte und -Bilder, die zum Teil identisch von Magazinen oder Fachpresse wiederverwendet werden, k\u00f6nnen weder vom Social Media Team noch von den eigenen Mitarbeitern problemlos gepostet werden, wenn ein Uploadfilter meint: \u201eMoment mal, das hab\u2018 ich doch schon mal gesehen!\u201c <\/p>\n\n\n\n Durch unz\u00e4hlige Proteste der vergangen Wochen und Monaten, dem Wikipedia-Streik<\/a> und #SaveYourInternet-Hashtags liegt auf der Hand, wie stark die Meinungen auseinandergehen. Was das ganze Thema noch kontroverser macht, ist der Trubel rund um den Ablauf der Abstimmung im EU-Parlament. \u201eAbgeordnete stimmten aus Versehen f\u00fcr die Uploadfilter\u201c lautet die Headline zum 26. M\u00e4rz bei t3n. Ob sich die insgesamt zehn Abgeordneten bei der Abstimmung tats\u00e4chlich “verw\u00e4hlt” hatten, bleibt fraglich. Klar ist, das Ergebnis ging nicht gerade knapp aus \u2013 348 Abgeordnete stimmten daf\u00fcr, 274 Abgeordnete gegen die Reform. Am 8. April hie\u00df es dann Stimme abgeben f\u00fcr den EU-Innenausschuss. Und das \u00fcberraschende Ergebnis? Ablehnung der Uploadfilter.<\/strong> Der Kompromiss lautet: kurze L\u00f6schfristen. Plattformbetreiber sollen zwar nicht zu Uploadfiltern verpflichtet werden, aber daf\u00fcr Inhalte innerhalb einer Stunde nach einem Hinweis der Beh\u00f6rden entfernen. <\/p>\n\n\n\n Trotz diesem kleinen R\u00fcckschlag nahmen die Uploadfilter letzte Woche dann die finale H\u00fcrde mit der endg\u00fcltigen Abstimmung der EU-Staaten. Ein kleiner Trost f\u00fcr alle Kritiker: bis jetzt hei\u00dft es, in Deutschland sollen nur marktm\u00e4chtige Plattformen wie Youtube und Facebook zu Uploadfiltern verpflichtet werden.<\/p>\n\n\n\n Sind die Urheberrechtsreform und Artikel 13 in ihrer jetzigen Form wirklich die Antwort f\u00fcr ein besseres Internet? Eine Frage, die man nicht mit einem einfachen Ja oder Nein beantworten kann, sondern etwas, was sich erst mit der Umsetzung zeigen wird. Wir bleiben gespannt, wie sich die Entscheidung weiter auf unsere Internetkultur auswirkt und ob die Bef\u00fcrchtungen gerechtfertigt sind. Tatsache ist, die Debatte hat das politische Engagement von Millennials so stark aktiviert wie andere Themen es selten schaffen.<\/p>\n\n\n\n Von Myriam Metry<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":" Uploadfilter \u2013 seit Wochen fliegt uns dieser Begriff in den Nachrichten um die Ohren. Was genau verbirgt sich dahinter? Einfach gesagt ein computergesteuerter Filter auf sozialen Netzwerken, der Nutzer daran hindert, urheberrechtlich gesch\u00fctzte oder rechtswidrige Inhalte hochzuladen. 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<\/figure>\n\n\n\nH\u00f6chste Zeit f\u00fcr\nHilfe im Content-Management<\/h3>\n\n\n\n
Wo h\u00f6rt Satire auf und wo f\u00e4ngt geistiges Eigentum an?<\/h3>\n\n\n\n
Klare Sache f\u00fcrs Parlament \u2013 oder?!<\/h3>\n\n\n\n
<\/figure>\n\n\n\nZukunft mit Uploadfiltern\u2026 und mehr politischem Engagement?<\/h3>\n\n\n\n