Hackathon: Mitarbeiter-Rekrutierung 2.0

 

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Foto: Liran Mimon

Rauchende Köpfe, tiefe Augenringe und viele Energydrinks – Entwickler, Grafiker und Kreative verbringen Tag und Nacht miteinander, finden Ideen, verwerfen sie wieder, entwickeln Prototypen und haben vor allem eins: Schlafmangel. Das Bild, das ein Hackathon bietet, könnte gegensätzlicher nicht sein. Es ist geprägt von müden Gesichtern, aber auch von Euphorie. Denn was Teilnehmer antreibt die Nächte durchzumachen, ist der Spaß, das Networking und Ausleben der Kreativität. Seit einigen Jahren schwappt der Trend aus den USA auch auf Deutschland über. Bosch veranstaltete den ersten eigenen Hackathon im Jahr 2014, andere große Unternehmen wie Daimler und VW zogen in den darauffolgenden Jahren nach. Hackathons erfreuen sich in Deutschland also zunehmender Beliebtheit. Neben neuen Innovationen überzeugt auch ein anderer Aspekt Firmen zur Durchführung: Die Chancen hochqualifizierte IT-Experten anzuwerben.

„Hacker“ ist ein Begriff, der häufig negative Assoziationen auslöst oder zumindest an Stubenhocker denken lässt, die im stillen Kämmerlein ihre Computer-Fertigkeiten trainieren. Doch tatsächlich gewinnt Hacken immer mehr an Bedeutung. Erst kürzlich legte ein Angriff die Systeme der Deutschen Bahn lahm. Unternehmen benötigen Hacker, IT-Ingenieure und Mathematiker aber nicht nur als Verteidiger der betriebseigenen Server. Software-, Hardware- und Produktentwicklung, Problembehebung und das Erstellen von Produktdesigns, all das und vieles mehr gehört zu den Aufgaben der IT-Experten. Ihre Fähigkeiten und Aufgaben sind ebenso breitgefächert wie das Internet selbst.

Im Silicon Valley ist es ein längst etabliertes Vorgehen, Hackathons zu veranstalten, um Lösungen für bestehende Softwareprobleme zu finden, Mitarbeiter anzuwerben und neue Leute aus der Branche kennenzulernen. Bis zu drei Tage kann so ein „Hackmarathon“ gehen. Zuvor lädt ein Unternehmen ein und macht Werbung für sich und seine Veranstaltung. Große Firmen wählen die Teilnehmer häufig per Bewerbungsverfahren aus. Auch Partnerschaften mit anderen Unternehmen und Sponsorschaft sind keine Seltenheit. Verpflegung, Räumlichkeiten und Internetzugang werden dann zur Verfügung gestellt, sodass die Teilnehmenden nur ihre Fähigkeiten und ihren Laptop mitbringen müssen. Und nicht zu vergessen: Ganz viel Ausdauer.

Im Laufe des ersten Abends stellen Projektleiter zumeist das zentrale Problem oder bereits bestehende Ideen vor. Häufig werden Themen gewählt, die in bestimmten Branchen ein neues Phänomen oder aber ein konkretes Problem darstellen. So behandelte die dpa 2016 bei einem Hackathon das Problem der Nachrichten-Filterblase in sozialen Netzwerken, während Bosch die Möglichkeiten und das Potential des automatisierten Fahrens testete. Nach der Präsentation des Themas bilden sich im nächsten Schritt Teams und Interessensgruppen. Für mehrere Tage verbringen diese eine intensive Zeit miteinander. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt und so entstehen viele verschiedene Entwicklungen von Produktprototypen und Softwares zu Apps und einfachen Konzepten. Stunden am Computer voller Diskussionen, Grübeleien und Produktivität später präsentieren alle Gruppen ihre Ergebnisse und eine Jury wählt den Gewinner. Eine Win-Win-Situation ist es allemal, denn beide Seiten freuen sich meist über viel Input, Produktideen und Inspiration.

Die Vorteile von Hackathons für Unternehmen: Nach mehreren Nächten der Zusammenarbeit kennt der Veranstalter die Arbeitsweise von vielen Amateur- oder Profihackern. Wenn eine Stelle innerhalb einer Firma neu besetzt werden soll, besteht die Möglichkeit während des Hackathons konkret Ausschau zu halten. Charaktereigenschaften und Kompatibilität mit dem Unternehmen der potentiellen Bewerber bleiben nicht verborgen. Müdigkeit und rund um die Uhr zu arbeiten, bringt Teilnehmer an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Sehr beeindruckende Leistungen können während der Veranstaltung somit nicht unbemerkt bleiben und große Talente entdeckt werden. Ein Hackathon eröffnet dem Veranstalter auf der Suche nach neuen Mitarbeitern ganz unmittelbar mehr Details als es ein Bewerbungsgespräch je leisten könnte.

(von Maren Schwartz)

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