Riesenwirbel um die kleinste Apokalypse der Welt

Warum sich auch das Miniatur Wunderland politisch einsetzen darf

 
Die Erde bebt, die Straßen werden überflutet und Polizisten nehmen die „Freie Presse“ fest. Eine uniformierte, wütende Meute läuft mit Fackeln durch die Straßen, während woanders eine Atomwolke gen Himmel steigt. Doch kein Tom Cruise oder Daniel Craig ist zur Stelle, um die Welt zu retten. Denn was nach einem Hollywood-Film klingt, sind die apokalyptischen Szenen des neuen Videos vom Miniatur Wunderland Hamburg. Tatsächlich geht es um die Bundestagswahl und die möglichen Auswirkungen des Nicht-Wählens. „Ok, das ist vielleicht etwas dick aufgetragen“, gibt das Miniatur Wunderland in der Videobeschreibung bei YouTube zu. Doch ihre Aussage „Egal wo, hauptsache ihr macht Euer Kreuz“, sitzt.

 

 
Die Touristenattraktion mit der weltgrößten Modelleisenbahnanlage gibt in Form dieses Videos ein politisches Statement ab und erntet Lob – aber vor allem starken Gegenwind bei Facebook. Der folgende Kommentar ist nicht der einzige dieser Art:

 

Kommentar unter dem Video des Miniatur Wunderlands bei Facebook.
Kommentar unter dem Video des Miniatur Wunderlands bei Facebook.

 
Kommentar:
 
Naturkatastrophen, das Ende der Pressefreiheit und kriegsähnliche Zustände auf den Straßen erwartet Deutschland nach der Wahl wohl nicht. Womit die Macher des Videos aber definitiv Recht haben: Wahlrecht ist das Privileg einer Demokratie, das jeder wertschätzen und wahrnehmen sollte. Das Miniatur Wunderland beweist Mut. Es verliert Follower auf Facebook und einige Gäste vielleicht auch. Doch zugleich gewinnt das Unternehmen an Profil. Zwei Millionen Mal wurde das Video innerhalb einer Woche aufgerufen. Und überhaupt: Warum sollte ein Unternehmen sich nicht positionieren dürfen oder sich für etwas einsetzen? Unternehmen sind schließlich ein wichtiger Bestandteil der Demokratie. Das Miniatur Wunderland steht außerdem nicht für eine politische Richtung oder eine Partei, sondern fordert lediglich zum Wählen auf. Das sollte nicht anecken, sondern nur auf Zustimmung treffen. Wer auf Facebook konstatiert, lieber ein paar Gäste verlieren zu wollen, als die eigene Seele, der meint es wirklich ernst.

(von Maren Schwartz)

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