Wie viel PR steckt hinter Greta Thunberg?

Wie viel PR steckt hinter Greta

Greta ist radikal, Greta ist medienwirksam. Kaum eine andere Person des öffentlichen Lebens polarisiert so stark und findet weltweit Beachtung – schon gar keine andere 16-Jährige. Doch wie kommt es, dass ein unscheinbares Mädchen den Bann der Öffentlichkeit so sehr auf sich zieht – sind da einflussreiche Strippenzieher am Werk? Schon mal vorab:  Nein. Die Kooperationen mit professionellen Unternehmen und Organisationen sind sehr überschaubar bis kaum vorhanden. Umso erstaunlicher ist das Phänomen Thunberg. Es lohnt sich also, einen Blick auf die Umstände des kometenhaften Aufstiegs der Klimaaktivistin zu werfen.

Aus Klima-Frust wird Aktionismus

Soweit wir wissen war Greta 11 Jahre alt, als sie Umweltzerstörung und das Ausmaß des menschengemachten Klimawandels derart belasteten, dass sie nicht mehr essen und sprechen wollte. Die Familie machte sich sorgen und umsorgte das gebrochene Mädchen. Neben Depressionen wurde bei Greta das Asperger-Syndrom diagnostiziert. Doch wider Erwarten drehte Greta ihren Frust eines Tages in Aktionismus um. Sie beschäftigte sich schon in ihren Kindertagen ausgiebig mit dem Klimawandel und gewann im Mai 2018 einen Schreibwettbewerb beim „Svenska Dagbladet“. Daraus resultierte ein von ihr geschriebene Artikel zum Klimaproblematik in selbiger Zeitung, was zu erster öffentlicher Beachtung führte. Wenige Monate später machte sich Greta mit einem selbstgemachten Plakat auf, um alleine vor dem schwedischen Parlament zu protestieren. „Schulstreik für das Klima“ war die Botschaft und erste Journalisten wurden auf sie aufmerksam. So auch der schwedische Unternehmer Imgmar Rentzhog, der sich als Entdecker von Greta Thunberg ausgibt.

Erste Werbezwecke

In einer Kampagne sammelte Rentzhog Investoren für sein soziales Netzwerk „We don’t have time“ und warb unter anderem dafür mit Thunbergs Namen. Während Thunbergs Familie es bedauere, dass Gretas Name zu Werbezwecken des Unternehmens benutzt wurde, entgegnete Rentzhog, dass er mit seinen Publikationen lediglich Gretas Sache unterstützt habe. Um potenzielle Verstrickungen und Abhängigkeiten fortan zu unterbinden erklärte Greta am 11. Februar 2019 über Facebook, offiziell keine Verbindung mehr zu „We don‘t have time“ zu haben.

Eine Bewegung entsteht

In der Zwischenzeit hat sich Greta von der Schule offiziell befreien lassen, um sich stärker ihrem Klimaaktivismus widmen zu können. Ihre Streikaktion vor dem Parlament hielten für mehrere Wochen an, bis sie beschloss nur noch freitags zu Demonstrieren. Daraus entsprang noch Ende 2018 die Bewegung „Fridays for Future“ und fand in mehreren europäischen Ländern und Australien erste Nachahmer. Unterdessen besuchte Greta mit ihrem Vater Svante Thunberg im Dezember 2018 die UN-Klimakonferenz in Katowitz, wo Thunberg eine viel beachtete Rede hielt und sich stark mit internationalen Aktivisten und Wissenschaftlern vernetzte. Im Jahr 2019 folgten dann rasch weitere viel beachtete Aktionen von Greta Thunberg: Die Teilnahme am Weltwirtschaftsforum in Davos, dem europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss in Brüssel, ihre Atlantiküberquerung mit einer kleinen Segelyacht und schließlich ihr Höhepunkt bis dato, die Teilnahme und Rede am UN-Klimagipfel in New York City. Seit ihrem Aufenthalt in Amerika reiste sie quer durch den Norden des Kontinents, traf Politiker wie Obama und Trudeau, Filmstars wie Schwarzenegger und DiCaprio und nahm jeden Freitag an einem Schulstreik teil. Darüber hinaus fanden bislang 2019 drei „Global-Climate-Strikes“ statt, also weltweite Aufrufe zum Klimastreik mit zuletzt mehreren Millionen Teilnehmern.

Gretas Botschaften haben es in sich

Die Ereignisse um Greta Thunberg stehen zunächst für sich. Sie ist in ihrem Aktivismus unnachgiebig und kompromisslos. Doch wodurch erfährt sie so viel Beachtung, mediale Aufmerksamkeit weltweiten Zuspruch? Das unkonventionelle Zusammenspiel ihrer Botschaften, ihres Charakters und ihrem Erscheinungsbild sind sicher maßgeblich daran beteiligt. Zunächst ihre Reden und inhaltlichen Standpunkte: Das Wissen der Schwedin zum Klimawandel ist enorm, doch was sie besonders macht ist ihre Fähigkeit der Kommunikation. „Sie schafft es Unmengen an Informationen zu einfachen, ehrlichen Botschaften zusammenzufassen.“ sagt der Klimatologe Kevin Anderson in einem Interview mit dem Spiegel. Slogans wie:  „our house is on fire“, „i want you to panic“ und „How dare you“, stellen die medienwirksame Radikalität ihrer Klimaschutzforderungen dar. Noch beeindruckender sind solche Sätze aus dem Mund einer kindlich-anmutenden introvertierten Schülerin. Thunberg trägt keine schicke Kleidung und macht niemandem schöne Augen. Es geht ihr um die Sache und das kommt bei vielen an. Schlussendlich ist Thunbergs kompromissloser Idealismus möglicherweise auch einem Stück weit auf ihr Aspergersyndrom zurückzuführen. Sie ist weniger empfänglich für soziale Beeinflussung und emotionale Manipulation. Dennoch zweifeln Bevölkerung und Medien immer wieder die Unabhängigkeit von Greta Thunberg an und es kursieren Behauptungen, Greta sei eine Marionette von übergeordneten Interessen.

Überlegte Kooperationen

Nimmt man das bekannte Umfeld von Greta genauer unter die Lupe, wird eines deutlich: Bei der Tragweite ihres Wirkens sind Kooperation mit anderen Personen oder Unternehmen kaum zu vermeiden, allerdings sind diese sehr überschaubar. So konsultiert Thunberg drei namenhafte Wissenschaftler, die ihre Veröffentlichungen auf inhaltliche Fehler überprüfen. Sie kooperiert mit anderen Klimaaktivisten wie Luisa Neubauer oder der Umweltschutzgruppe Extintion Rebellion, der indische Umweltwissenschaftler und Aktivist Adarsh Prathap hilft ihr beim Posten von Fridays for Future Bildern auf ihren Social Media Kanälen und die Buchpublikationen ihrer Reden kooperiert sie zwar mit Verlagen, gibt aber an, etwaige Erlöse für gemeinnützige Zwecke zu spenden. Auch ihre Familie profitiert finanziell erstaunlich wenig von dem Greta-Hype. Die beiden Unternehmen ihres Vaters Svante verzeichnen keine wirklich höheren Gewinne seitdem Greta bekannt ist. Auch gibt Greta an, dass sie auf ihrer Amerika-Reise keine Zuwendungen bekommt bzw. annimmt und ihre Eltern finanziell für Unterkünfte und Reisen aufkommen. 2020 wird ein Dokumentarfilm der unabhängigen schwedisch-amerikanischen Produktionsfirma B-Reel Films über Gretas Bewegung erscheinen. Wenngleich kaum bis gar nichts über den Filmer und Regisseur Nathan Grossman bekannt ist, bleibt abzuwarten, wo und wie der Film vermarktet werden wird.

Die Marke „Greta“

Greta erfährt so viel PR, davon kann so mancher Popstar oder Politiker nur träumen und das obwohl sie durch keine Agenturen gepusht wird. Authentisch und eigenwillig generierte sie einen unverwechselbaren, greta-haften Markenkern, der sich live und direkt durch alle erdenklichen Medienkanäle publikumswirksam schieben lässt. Und das erstaunlichste daran, sie lässt das relativ kalt. Sie geht einfach weiter ihren eigenen Weg. Stoisch und voller Tatendrang. Von Fans, Medien und Prominenten flankiert wirkt sie dennoch recht allein. Unabhängig eben.

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